PRESSE


„Ich verwende überhaupt kein Grün“  Von Vicky Müller-Toùssa


Neuburg – Assemblagen und Aquarellvariationen der Künstlerin Christiane Stingl hängen seit Sonntag

in der Städtischen Galerie im Rathausfletz. Unter dem Titel „Farbe – Stoff – Papier“ lud die Kulturamtsleitung

Marieluise Kühnl zur Vernissage ein und zeigte sich von den Arbeiten Stingls mit den verschiedenen Materialien angetan, denn das sei nichts Alltägliches. Auf den Monat genau vor 50 Jahren begann Stingls Künstlerdasein.


Durch den elterliche Textilbetrieb entstand der Reiz die unterschiedlichsten Materialien zu verknüpfen.

So fing sie als Modedesignerin an und später in den 90er Jahren erweiterte sie ihr Tun mit Landschaftsaquarellen.

Aktuell interessiert Christiane Stingl das Zeichnen und der Umgang mit Schriften, Texten und Farben, welches

beispielsweise in ihrem aktuellen Buchprojekt in der Ausstellung zu sehen ist. Dafür habe sie lange nach gehaltvollen Texten gesucht, die auch zum Nachdenken anregen sollen, sagt sie.


„Mich faszinieren die Nichtfarben Weiß und Schwarz“, fügt Stingl hinzu. Aber auch Rot sei viel vertreten, bis auf Grün, fällt der Künstlerin auf. Die Farbtöne im Einzelnen und nicht unbedingt in Kombination mit anderen Farben haben es der Münchnerin angetan. Es fasziniert sie auch, Stoffe auf Leinwand in Form zu bringen. Etwas auszustopfen und zu bemalen oder mit Nägeln festzustecken, alles zusammen in eine Komposition zu bringen, das reize sie.


Ob Landschaften oder Abstraktes in Miniatur mit Texten bis hin zu Mischtechniken im Großformat: Insgesamt 55 Werke plus verschiedene Bildbände wurden ausgewählt und können noch bis zum 20. November von Kunstinteressierten besichtigt werden.


„Ich möchte einen Mix an Ausstellern mit verschiedenen Techniken und Genres zeigen“, erzählte Kühnl. So haben ihr die Arbeiten Stingls mit ihrer Symmetrie unter der Verwendung von Stoffen auf Leinwand zugesagt.

Ihre Bilder zeigen in der Regel klar strukturierte Formengepaart mit unstrukturierten Materialien. Aber auch die Mischung mit den Aquarellen und zum Teil der mediterrane Charakter sei interessant. „Beides hat mir gefallen und ich dachte, das würde zu uns passen“, so Kühnl. Mit der neuen Ausstellung wird das Rathausfletz seinem Anspruch, mit spannenden Themen nicht regionale Künstler in passendem, historischen Rahmen zu präsentieren, wieder einmal gerecht. In der guten Stube Neuburgs, der Oberen Altstadt, und direkt unterhalb der Residenz des

Oberbürgermeisters, finden hier oftmals auch ungewöhnliche Herangehensweisen und außergewöhnliche Thematiken ihren Raum.


Donaukurier - November 2022